Der Begriff „Alien“ mag vielleicht ein bisschen hochgegriffen sein, eine kleine Sensation ist die Entdeckung der NASA über die sie auf einer Pressekonferenz informierte dann aber schon. Das Leben auf der Erde besteht – soweit bekannt – aus sechs chemischen Elementen. NASA-Forscher haben unlängst allerdings ein Bakterium entdeckt, welches mit einem siebten Element umgehen kann. Ausgesucht hat es sich Arsen, ein giftiges Halbmetall.
Die Astrobiologin Felisa Wolfe-Simon stellte den Fund zusammen mit ihren Kollegen vor. Sie betonte, dass es sich zwar um irdisches Leben handele, allerdings um eines, das bisher auf der Erde unbekannt war. Einige Astrobiologen verfolgen schon länger eine Theorie, nach der die bekannten Grundsubstanzen des Lebens ersetzbar sind. Diese Theorie dürfte durch diese Entdeckung einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Ob, wie die NASA-Forscherin Mary Voytek verlauten ließ, tatsächlich Lehrbücher umgeschrieben werden müssen, sei dahingestellt. Denn Bakterien, die mit Arsen zurechtkommen, waren auch vorher schon bekannt.
Das Besondere an dem kürzlich entdeckten Bakterium ist, dass es mit dem Arsen nicht nur zurechtkommt, sondern dieses anstelle des sonst üblichen Phosphors sogar in Fette, Eiweiße und seine DNA integriert. Entdeckt haben die Forscher das Bakterium im Mono Lake, einem Salzsee in Kalifornien. Dieser gilt als lebensfeindlich, was ihn zum begehrten Forschungsobjekt macht, da sich Wissenschaftler hiervon Erkenntnisse zur Entstehung des Lebens auf der Erde erhoffen. Im Mono Lake herrschen hohe Arsenkonzentrationen. Aus Proben, die dort entnommen wurden, wurden unter steter Zugabe von Arsen Bakterienkulturen gezüchtet. Anstatt wie erwartet einzugehen, gediehen die Mikroben prächtig.
Weitere Studien müssen nun das Ergebnis bestätigen, betonte Steven Benner, Chemiker von der Foundation for Applied Molecular Evolution. Es müsse unter anderem erforscht werden, wie genau das Bakterium das Arsen verwertet. Trotzdem wird diese Entdeckung neues Licht auf die unzähligen Möglichkeiten des Lebens werfen, so Wolfe-Simon. Die Suche nach außerirdischen Leben wird sich wohl verändern. Steven Benner forderte von den Astronomen schon einmal, bei der Analyse fremder Planeten auch auf Arsen zu achten. Vielleicht finden sich dann Hinweise auf richtige Aliens.