Was ist eigentlich Heilerde?
November 3rd, 2010 von Redakteur in Wellness

Viele Wellness Ressorts bieten nicht nur Bäder und Massagen an, sondern auch Anwendungen mit der so genannten Heilerde. Diese darf nicht mit Fango verwechselt werden, denn hier handelt es sich nicht um einen Schlamm, der in Vulkanen vorkommt, sondern um Ablagerungen aus Löß, aus denen ein Pulver produziert wird. Heilerde kann als äußere und innere Therapie angewandt werden; sie darf, im Gegensatz zum Fango, auch eingenommen werden. Eine der wichtigsten Personen der Geschichte, die mit Heilerde erfolgreich therapierte, war Pfarrer Kneipp, der sonst mehr für seine Wassertherapien, wie das berühmte „kneippen“ bekannt ist.

Heilerde darf man sich nicht als etwas wohlig Warmes vorstellen, das auf die Haut kommt. Hier handelt es sich eher um eine kalte oder zumindest kühle Masse, die verwendet wird. Die breiartig angerührte Heilerde wird auf die zu behandelnde Körperstelle aufgetragen. Dies hat zum einen den Effekt, eine spontane Kühlung hervorzurufen. Die Gefäße verengen sich, was die Durchblutung anregt. Auch die verspannten Muskelregionen können sich auf diese Weise lockern. Der zweite Effekt wird durch das Trocknen der Heilerde auf der Haut erzielt. Beim Trocknen saugt die Erde Flüssigkeit aus Gelenken und aus der Haut – eine Entzündung kann auf diese Weise zumindest unterstützend zu einem Medikament therapiert werden, wenn nicht die Heilerde alleine sogar bei dauerhafter Anwendung helfen kann. Rheuma, schmerzhafte, aber nicht offene Verletzungen sind innere Erkrankungen, die durch die Heilerde beispielsweise behandelt werden. Weitere Anwendungen sind Hauterkrankungen, allen voran die Akne, aber auch aus unerklärlichen Gründen juckende Kopfhaut beziehungsweise Neurodermitis. Hier wird die Heilerde als Wickel, als Auflage oder als Bad beziehungsweise als Haarmaske oder Gesichtsmaske angeboten – allerdings auch ohne Schmerzen im Rahmen einer Wellness Offerte.

Eine innere Anwendung der Heilerde, also durch Einnehmen angewandte Therapie erfolgt zum Beispiel bei Durchfall oder andauerndem Sodbrennen, da die Heilerde die Magensäure bindet und die Darmflora positiv beeinflusst. Selbst bei Zahnfleischentzündungen sind positive Erfolge zu vermelden. Eine Therapie mit Heilerde ersetzt natürlich nicht den Weg zum Arzt und sollte, außer bei reiner Wellness Absicht, auch nicht ohne diesen angewandt werden.

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