Die Unfallversicherung: Sinn oder Unsinn?
Dezember 17th, 2010 von Redakteur in Versicherungen

Die Unfallversicherung gehört wohl zu den umstrittensten Versicherungen überhaupt. Expertenmeinungen reichen von „völlig unbrauchbar“ bis hin zu „absolut notwendig“. Doch was ist tatsächlich dran? Muss eine Unfallversicherung sein, was bringt sie und vor allem für wen lohnt sie sich? Diese Fragen stellen sich täglich Tausende von Menschen, wenn sie ihren Versicherungsbedarf überprüfen. Die Unfallversicherung gehört anders, als die KFZ-Versicherung nicht zu den Pflichtversicherungen, wenngleich alle Arbeitnehmer, Schüler und Studenten dennoch in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert sind.

Die gesetzliche Unfallversicherung

Und damit wären wir auch schon beim ersten Punkt. Denn die Unfallversicherung gliedert sich in die gesetzliche und die private Absicherung. In der gesetzlichen Unfallversicherung sind alle Arbeitnehmer, Studenten, Schüler, ja sogar Kindergartenkinder abgesichert. Sie greift, wenn ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zur Kita bzw. zur Uni oder auf dem Weg von dort nach Hause geschieht. In diesem Fall leistet die gesetzliche Unfallversicherung.

Der große Nachteil hierbei: Die wenigsten Unfälle passieren auf dem Weg zur oder von der Arbeit, Schule und Co. Zudem wird die Leistung ausgeschlossen, wenn auf diesem Weg ein Umweg gemacht wird. Wer also nach der Arbeit schnell noch an den Supermarkt fährt, um den Wocheneinkauf zu erledigen, der ist schon nicht mehr geschützt. Auch Freiberufler, Selbstständige, Rentner und Hausfrauen sind in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht abgesichert. Sie können sich freiwillig versichern, doch aufgrund der sehr geringen Leistungen lohnt sich dies in aller Regel nicht.

Die private Unfallversicherung

Die zweite Variante, um eine Unfallversicherung abzuschließen, ist die private Absicherung. Sie wird oft beim gleichen Versicherer abgeschlossen, wie die private Haftpflichtversicherung. Doch statt dem eigenen Versicherer blind zu vertrauen, sollte hier ein genauer Vergleich durchgeführt werden, um eine wirklich günstige private Unfallversicherung zu erhalten.

Bei der privaten Unfallversicherung sind auch Unfälle abgesichert, die zu Hause oder in der Freizeit passieren. Die Leistungen, die im Ernstfall ausgezahlt werden, können als monatliche Rente oder als Einmalzahlung vereinbart werden. Auch eine Kombination aus beidem ist denkbar. Sinnvoll ist die Einmalzahlung insbesondere dann, wenn nach einem Unfall das Haus umgebaut oder ein neues Auto angeschafft werden muss, um trotz einer evtl. eingetretenen Behinderung ein möglichst freies Leben führen zu können.

Die Leistungen können in ihrer Höhe frei gewählt werden, jedoch gilt, dass die Beiträge steigen, je höher die Leistung gewünscht wird. Zu beachten ist außerdem, dass die private Unfallversicherung nur für Schäden durch Unfälle aufkommt, nicht aber für Schäden aus Erkrankungen. Da diese aber weitaus häufiger für bleibende Schäden oder eine Invalidität verantwortlich sind, kann die Unfallversicherung nur als eine Teilabsicherung angesehen werden.

Unfallversicherung vs. Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Unfallversicherung konkurriert schon seit geraumer Zeit mit der Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz als BU bekannt. Letztere wird von Experten deutlich häufiger empfohlen. Der einfache Grund: Die BU sichert den Lebensunterhalt, wenn man seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Invalidität vorliegt oder nicht, sobald der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, wird eine monatliche Rente gezahlt. Dies gilt selbst dann, wenn der Gesundheitszustand nicht durch einen Unfall, sondern durch eine Erkrankung so stark verschlechtert wurde.

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